Die Geschichte

Geschichte des Erlen-Vereins Basel

Das Waldgebiet an den Ufern der Wiese gehört seit alters her zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Basler Stadtbevölkerung. Dies veranlasste 1871 den Basler Ratsherrn Albert Lotz-Holzach, zusammen mit Gleichgesinnten, den Tierpark Lange Erlen und gleichzeitig den Erlen-Verein als dessen Träger zu gründen.

Die ersten Bewohner des neuen Tierparks waren ein Paar schwarze Schwäne aus dem fernen Australien, die von Fürst Carl Egon von Fürstenberg gespendet wurden. Im folgenden Jahr hielt ein Pärchen weisse Höckerschwäne als Geschenk der Stadt Genf seinen Einzug. Erst etwas später kamen Rehe und verschiedene Hirsche sowie Ziegen, Schafe, Lamas und einige exotische Tiere dazu. Die Weiher und die umliegenden Parkanlagen wurden mit weiteren Gänse- und Entenarten, aber auch verschiedenen Zierhühnern bevölkert.

Während auf die wärmebedürftigen Exoten schon bald wieder verzichtet werden musste, liegt das Hauptgewicht unseres Tierparkes nun bei den vorwiegend einheimischen Säugern und Vögeln. Unter den gezeigten Hirscharten sind neben dem Rothirsch und dem Damhirsch auch der vom Aussterben bedrohte Mesopotamische Damhirsch und der nordamerikanische Wapiti zu sehen.
Auf die kleinen Besucher üben natürlich ganz speziell die lebhaften Kapuzineraffen eine grosse Anziehungskraft aus.

Seit 2008 ist die neue Luchsanlage zu einem attraktiven Anziehungspunkt für die Parkbesucher geworden. Auch der Fuchs hat zusammen mit dem Wildschwein ein naturnah gestaltetes Gehege im Tierpark bezogen. Seit April 2011 ist auch die Europäische Wildkatze im Park zu sehen.

Der 2007 eröffnete Erlebnishof zeigt die Nutztiere des Menschen. Sardinische Zwergesel, Ponys, Ziegen, Schafe, Kaninchen und Meerschweinchen sind hier zu Hause. Bei der Errichtung des Erlebnishofes wurde eng mit der Stiftung ProSpecieRara zusammengearbeitet, die sich für den Erhalt bedrohter Nutztierrassen und Pflanzen einsetzt. Aus diesem Grund haben hier auch der Poitou-Esel, die Bündner Strahlenziege, das Wollschwein, das Walliser Landschaf und die Diepholzer Gans ein Zuhause gefunden. Im Bauerngarten gibt es unbekannte und in Vergessenheit geratene Gemüse- und Beerensorten zu entdecken. Im ehemaligen Försterhaus erfahren Sie Wissenswertes und Spannendes über unerwünschte Hausbewohner wie Ratten, Mäuse, Fledermäuse, Milben und Zecken. Eine Wechselausstellung im Erdgeschoss informiert über weitere spannende Themen rund um Tiere und Natur.

Die beiden Weiher sind von Schwänen, Gänsen und zahlreichen Enten bewohnt. Im Weiteren werden Eulen, Kleinvögel und Zierhühner gehalten, während Pfauen, Störche und Graureiher frei im Park leben und brüten. Sehenswert, besonders für Naturkundler, ist auch der vielfältige, schöne Baumbestand.

Vieles hat sich seit der Gründungzeit vor über 130 Jahren geändert, sogar der ursprüngliche Standort des Tierparks musste um die Jahrhundertwende dem Neubau der Bahnstrecke zum Badischen Bahnhof weichen. Heute besorgen 10 Mitarbeiter in der Tierpflege und im Grünunterhalt die laufenden Arbeiten und den Unterhalt des Parks, der jährlich auf rund 1,5 Mio. Franken zu stehen kommt. Ein Geschäftsführer und ein vollamtliches Vereinssekretariat sorgen für eine reibungslose Administration.

Zwei wesentliche Eckpfeiler aber sind geblieben: Noch immer ist der Erlen-Verein mit unterdessen weit über 9500 Mitgliedern der Trägerverein des Tierparks; und dieser steht den Besuchern auch heute noch unentgeltlich zur Verfügung, wie es der Wunsch und die Absicht der Gründer war.